Lebenswelten

Aus europäischer Perspektive wurde die Welt zu Beginn des 16. Jahrhunderts gerade erst entdeckt. Zusammen mit der Reformation und der neuen Technik des Buchdrucks sehen wir heute hierin den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Die mittelalterliche Kirche bot viele verschiedene Möglichkeiten, Frömmigkeit zu leben. Der Ablass war eine davon. Er ermöglichte Gläubigen, sich durch Geldzahlungen von zeitlichen Sündenstrafen frei zu machen. Zu Luthers Zeiten gab es noch kein Deutschland, wie wir es heute kennen. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation war kein Nationalstaat, sondern ein Personenverband verschiedener Herrschaftsträger. An seiner Spitze stand der Kaiser.

Die Welt um 1500

Zur Zeitenwende besaß Europa bei Weitem nicht die größten Metropolen und war nicht der Mittelpunkt der Welt. In Asien, Afrika sowie Mittel- und Südamerika hatten sich Großreiche etabliert. Sie wiesen organisierte Gesellschafts- und Verwaltungsstrukturen, eine reiche Kultur und eine teilweise sehr fortschrittliche Technik auf. China war Vorreiter in der Wissenschaft und führte Expeditionen mit riesigen Schatzschiffen durch. Die Große Mauer wurde gegen die Mongolen gebaut. Verschiedene Rohstoffe boten in den Weltregionen die Basis für rege Wirtschaftsbeziehungen und sogar Hochseehandel. Die Spuren der Architektur aus jener Zeit zeugen noch heute von der kulturellen Vielfalt.

Credits

Recherche

Anne-Simone RousRobert Kluth

Grafik

Barbara MayerKatharina Schwochow

Literaturnachweis

Grundlage der Weltkarte ist Haywood, John: Der neue Atlas der Weltgeschichte: von der Antike bis zur Gegenwart, übers. v. Jobst-Christian Rojahn/ Jochen Grube, Gütersloh, München, 22002.Kennedy, Paul M.: Aufstieg und Fall der großen Mächte: ökonomischer Wandel und militärischer Konflikt von 1500 bis 2000, Frankfurt am Main, 21989.Oliphant, Margaret/Dietzfelbinger, Konrad: Atlas der Alten Welt: eine atemberaubende Reise zu den Hochkulturen der Menschheit, München, 1993.