Ausblick

Das Jahr 1517 und Martin Luther sind Klassiker der Erinnerungskultur. Jede Generation findet hierzu neue Formen des Gedenkens. Diese Ausstellung versucht, Martin Luther von den nationalen Heldenerzählungen zu befreien und sich ihm in seinen Ambivalenzen zu nähern. Die Reformation veränderte die Beziehung der Menschen zu Gott. Der Glaube an den allein seligmachenden Weg zum Heil durch die Institution Kirche war ins Wanken geraten. Die Gottesbeziehung wurde zur Sache des Einzelnen. Auf der Suche nach dem wahren Wort Gottes entstanden in 500 Jahren viele protestantische Gemeinschaften.
Die Reformation veränderte Europa. Institutionen gerieten in Bewegung, lösten sich auf und wurden zu neuen Institutionen. Neue Grenzen wurden gezogen, Nationalkirchen entstanden und religiöse Spannungen führten zu verheerenden Konflikten. Die Reformationsgeschichte ist auch eine Verletzungsgeschichte, in der Andersgläubige ausgeschlossen, verfolgt und ermordet wurden. Daraus wuchs die Einsicht, dass Politik nicht allein durch Religion gelenkt werden darf. Heute leben wir in einer pluralen Gesellschaft. Die Bedeutung der Reformation wird offen diskutiert. Inspiration hierbei kann auch die Biografie des Mannes sein, der sich nicht von Macht und herrschender Meinung einschüchtern ließ: Martin Luther.

Credits

Recherche

Robert Kluth

Grafik

Daniela Scharffenberg